Geschichte unserer Gemeinde
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Friedhof

Zur Geschichte unserer Gemeinde Petersdorf

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Petersdorf umfasst die Talauen und Hänge des Moosgrabens und der Axt. Von diesen Tälern wird ein Höhenzug umschlossen, den man als den Hohenrieder Stock bezeichnet. Geologisch betrachtet handelt es sich dabei um einen Ausläufer der Aindlinger Terrassentreppe mit steil abfallenden Südhängen. Auch wenn die schriftlichen Quellen erst spät einsetzen, kann man davon ausgehen, dass unser Gemeindegebiet uraltes Durchzugs- und Siedelland war.

Dafür sprechen verschiedene Beispiele und Anhaltspunkte:

Zum ersten gibt es einen Zufallsfund im Alsmooser Schrannenwald. Das dort entdeckte Steinteil weist in die Jungsteinzeit, als sich die ersten Bauern aus den Löß- und Schwarzerdegebieten des Ostens siedelnd auch in das teriäre Hügelland vorschoben.

Ein weiterer Fund wurde von einem Willprechtszeller Bürger gemacht. Bei Feldarbeiten entdeckte er Reste eines Schwertes und eines Rasiermessers aus der Zeit um 1300 vor Christus. Experten glauben, dass es sich um Grabbeigaben für einen ranghohen Krieger handelte.

In der Römerzeit war mit dem Bau des Limes die Grenze des Weltreiches weit über die Donau vorgeschoben worden. Die Befestigungen und Castelle nördlich von Neuburg brauchten eine Straßenverbindung zur Provinzhauptstadt "Augusta Vindelicorum", dem heutigen Augsburg. Die Staatsstraße 2035, die heute quer durch unser Gemeindegebiet führt, baut somit auf uralte und historische Gegebenheiten auf.

Auch die Anlage auf dem Schlossberg, hoch über Appertshausen, deutet auf eine frühzeitige Besiedlung hin. Besonders die jahrzehntelangen Überfälle des nomadischen Reitervolkes der Ungarn machten eine derartige Verteidigungs- und Rückzugsanlage wie auf dem Schlossberg notwendig.

Bekanntlich wurden die Ungarn im Jahre 955 auf dem Lechfeld vernichtend geschlagen. Da auch auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Todtenweis gekämpft worden war, gingen die Anmarsch- und Fluchtbewegungen über unser Gemeindegebiet.

Nun beginnen aber langsam die geschichtlichen und schriftlichen Quellen.

Das Patrozinium der Petersdorfer St. Nikolauskirche und die Mauertechnik ihres Westteiles weisen in diese Zeit. Willprechtszell und Appertshausen sind Siedlungen des von Herzog Tassilo des III. gegründeten (Grenz)-Klosters Thierhaupten. Mit der Anlage des Herzog-Urbars sind unsere Orte dann auch urkundlich belegt (Schönleiten 1321, Willprechtszell 1243, Petersdorf 1254 und Alsmoos 1280).

Der ansässige Ortsadel der Schönleiter und nach Einheirat der Hinterskircher entwickelte hier eine Hofmark mit dem Dorf Schönleiten und einiger Höfe im Umland. Alle anderen Orte waren herzogliches Gut und wechselten bei den bayerischen Landesteilungen von 1255, 1349 und 1392 zur jeweiligen Wittelsbacher Herzogslinie von Ingolstadt und München.

Petersdorf war schon früh recht eigenständig. 1517 bildete es eine eigene Hauptmannschaft mit zwei Hauptleuten und zehn Mann, die dem bayerischen Herzog für Kriegsdienste zur Verfügung standen.

Die Reformation und die Bauernkriege berührten unser Gebiet, fest eingefügt in die Wittelsbacherischen Lande, weniger.

Dafür aber hat Herzog Maximilian mit großer Sicherheit seine Petersdorfer Hauptmannschaft im 30-jährigen Krieg angefordert und eingesetzt. Aus dieser Zeit (1641) wird uns auch berichtet, dass sich der Schönleiter Hofmarksrichter mit einem Hexenprozess zu befassen hatte.

Der spanische (1702-1704) und der österreichische Erbfolgekrieg (1742-1745) brachten für unsere Orte mit Verwüstungen und Brandschätzungen großes Leid.

Mit der Säkularisation von 1803 und den Umwälzungen von 1848 wurden unsere Bauern Besitzer ihres Grund und Bodens. Hier setzen auch die gemeindlichen Quellen ein. Die beiden Weltkriege von 1914-1918 und 1939-1945 brachten der Bevölkerung große Not und großes Leid. Fast in jeder Familie trauerte man um Gefallene und Vermisste.

Der Zuzug vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebener nach 1945 erforderte den Bau von zusätzlichen Wohnungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. In den Jahren der aufblühenden Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg kamen neue Aufgaben auf die Gemeinden zu. Die Bauwelle machte den Neu- und Ausbau von Straßen, Wasserleitungen, Kanälen und Kläranlagen notwendig. Das Schulwesen musste neu gegliedert werden.

In den sechziger Jahren wurde dann mit der Flurbereinigung unsere Feldflur umwälzend verändert und diese den neuen technischen Bedingungen angepasst. Der bunte Fleckenteppich von Äckern und Wiesen, der wohl noch aus dem Mittelalter herrührte, war damit verschwunden.

Seit dem Jahre 1978, als in Bayern die Gemeindegebietsreform durchgeführt wurde, besteht die Gemeinde Petersdorf in der jetzigen Form. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Petersdorf, Alsmoos, Schönleiten und Willprechtszell schlossen sich zur neuen Gemeinde Petersdorf zusammen.


Das Schulwesen

Schon seit Einführung der Schulpflicht gibt es im Gemeindegebiet 2 Schulstandorte. Diese werden seit 1968 von Schulverbänden getragen. Die Schulverbände Alsmoos und Willprechtszell bestehen jeweils aus den Märkten Aindling und Pöttmes und der Gemeinde Petersdorf. Sie unterhalten je eine Grundschule.

Der Schulsprengel Alsmoos umfasst die Orte Alsmoos, Gebersdorf, Hausen, Weichenberg, Neßlach, Gundelsdorf, Petersdorf, Indersdorf und Appertshausen.

Der Schulsprengel Willprechtszell besteht aus den Orten Willprechtszell, Axtbrunn, Hohenried, Schönleiten, Eisingersdorf, Pichl, Edenhausen, Osterzhausen, Ebenried und Stuben. Die Kinder der Gemeinde Petersdorf besuchen im Gegenzug die Hauptschulen in Aindling und Pöttmes.

Weitere Infos über unsere Schulen


Das Wappen

Nach der Gemeindegebietsreform von 1978 genehmigte die Regierung von Schwaben der neuen Gemeinde Petersdorf ein Wappen.
Die Wappenbeschreibung lautet:
Gespalten von Silber und Blau, vorne unter einem roten Zickzackbalken ein schwarzer Doppelspringer, hinten unter der goldenen Krümme eines Abtstabes drei, zwei zu eins gestellte, goldene Kugeln.

Das Wappen spiegelt die vier ehemals selbstständigen Gemeinden Petersdorf, Alsmoos, Willprechtszell und Schönleiten wieder.
Die drei Kugeln, das Attribut des Hl. Nikolaus, stehen für die Kirche von Petersdorf. Der Zickzackbalken aus dem Wappen des Klosters Indersdorf weist daraufhin, dass Alsmoos im 15. Jahrhundert in den Besitz des Klosters kam. Der Krümmstab des Abtes erinnert daran, dass Willprechtszell seit dem 14. Jahrhundert zum Kloster Thierhaupten gehörte und der Doppelspringer ist dem Wappen der Adelsfamilie Hinterskirchner entnommen, die vom 14. bis zum 16. Jahrhundert Besitzer der Hofmark Schönleiten war.


Der Friedhof

Durch die geschichtliche Entwicklung und den ständigen Bevölkerungszuwachs aller Orte unterhält die Gemeinde Petersdorf derzeit 4 Friedhöfe in den Orten Alsmoos, Hohenried, Petersdorf und Willprechtszell.

Im Jahr 1994 wurde für die Gemeindeteile Petersdorf, Alsmoos, Gebersdorf und dem Einzelhof Indersdorf ein neuer Friedhof gebaut.